Rund 100 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft folgten der Einladung und unterstrichen die Relevanz des Themas für die Region.
Ein Podium zwischen Vision und Realität
Die hochkarätig besetzte Expertenrunde beleuchtete die Herausforderungen des Strukturwandels aus verschiedenen Blickwinkeln. Dabei wurde deutlich, dass der Erfolg der Transformation nicht allein an technischen Innovationen hängt, sondern maßgeblich am Vertrauen der Akteure und der Bevölkerung.
Sven Schulze (Ministerpräsident Sachsen-Anhalt): In Vertretung der Landesregierung betonte Schulze die strategische Bedeutung Mitteldeutschlands als industrielles Herzstück. Er hob hervor, dass staatliche Rahmenbedingungen Planungssicherheit schaffen müssen, um Investitionen in die Zukunft zu sichern.
Carsten Franzke (SKW Piesteritz): Als Vertreter eines energieintensiven Schlüsselunternehmens mahnte Franzke realistische Übergangsphasen an. Die industrielle Substanz dürfe während der Dekarbonisierung nicht verloren gehen.
Sascha Gläßer (IHK Halle-Dessau): Gläßer fokussierte sich auf die Belange des Mittelstands und die Notwendigkeit, bürokratische Hürden abzubauen, um die Agilität der regionalen Wirtschaft zu erhalten.
Prof. Oliver Holtemöller (IWH): Der Wirtschaftswissenschaftler lieferte die analytische Basis und ordnete die Transformationsprozesse in globale Marktentwicklungen ein.
Dialog auf Augenhöhe: Das „Sven-Schulze-Modell“
Besonderes Augenmerk lag auf der Interaktion mit dem Publikum. Bereits im Vorfeld hatten zahlreiche Teilnehmer die Möglichkeit genutzt, schriftliche Fragen einzureichen – ein Angebot, das laut Veranstalter „überwältigend“ angenommen wurde.
Da die Komplexität der Themen den zeitlichen Rahmen der Podiumsdiskussion sprengte, blieben am Ende des Abends einige Fragen offen. Dies führte zu einem spontanen Impuls: Angeregt durch Ministerpräsident Sven Schulze prüft die MIT nun eine Fortsetzung des Formats. Ziel ist es, den begonnenen Dialog zu vertiefen und sicherzustellen, dass keine Stimme im Transformationsprozess ungehört bleibt.
Netzwerken in traditionsreicher Kulisse
Nach dem intensiven fachlichen Teil ging die Veranstaltung in den informellen Austausch über. Die Gastronomie „Krug zum grünen Kranze“ bot den passenden Rahmen für einen kulinarischen Ausklang. Bei einem reichhaltigen Buffet nutzten die Gäste die Gelegenheit, die Impulse des Abends zu diskutieren und neue Kontakte innerhalb des mitteldeutschen Wirtschaftsnetzwerks zu knüpfen.
Die Frühjahrstagung der MIT Sachsen-Anhalt hat gezeigt, dass der Weg in die industrielle Zukunft Mitteldeutschlands kein technokratischer Selbstläufer ist. Er braucht den engen Schulterschluss zwischen Politik und Wirtschaft – und vor allem das gegenseitige Vertrauen, diesen Wandel gemeinsam zu gestalten.



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