Wirtschaftsleistung: Der Energiepreisschock infolge der Hormus-Blockade ist ein Rückschlag für die wirtschaftliche Erholung – aber kein Stoppzeichen. Positiv wirkt der expansive Kurs der Finanzpolitik, obgleich die Lage in der Industrie erstmal verhalten bleibt. Zwar könnten die Exporte bald ihre Talsohle durchschreiten, doch die Impulse vom Auslandsgeschäft werden überschaubar bleiben. Schließlich lastet weiterhin die US-Zollpolitik auf den deutschen Ausfuhren. Zudem werden die Investitionen durch straffere Finanzierungsbedingungen gebremst (GD 01.04.26). Die Produktion war noch im Februar auf Vorjahresniveau geblieben (Destatis 09.04.26), die Lkw-Fahrleistung hatte hingegen wieder angezogen (Destatis 09.03.26). Zwischenzeitliche Meldungen über eine Waffenruhe im Iran-Konflikt konnten zumindest die Finanzmärkte beruhigt (DZ Bank 08.04.26). Das BIP dürfte 2026 nur um 0,6% und 2027 um 0,9% zulegen (GD 01.04.26).
Auftragslage: Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist im Februar gegenüber dem Vormonat um 0,9% gestiegen, im Dreimonatsvergleich lag er um 2,0% höher (Destatis 08.04.26). Der Auftragsbestand war zuletzt etwas gesunken, lag aber um 6,6% über Vorjahresniveau (Destatis 18.03.26).
Insolvenzen und Gründungen: 2025 wurden 24.064 Unternehmensinsolvenzen registriert, 10,3% mehr als im Vorjahr (2023 und 2024 betrug der Anstieg jeweils über 20%) (Destatis 13.03.26). Im Februar waren die Insolvenzen um 5% gegenüber dem Vormonat gestiegen und damit auf einem Niveau, das fast 60% über Vor-Corona-Niveau liegt (IWH 10.03.26). Andererseits wurden 2025 130.100 Unternehmen gegründet, immerhin 7,6% als im Vorjahr (Destatis 06.03.26). Die Gründungsintensität hat sich 2025 von 115 auf 136 Existenzgründungen je 10.000 Einwohner erhöht (KfW 06.04.26).
Preisentwicklung: Die Inflationsrate lag im März bei 2,7%, das war der höchste Stand seit Januar 2024. Im Februar lag sie noch bei 1,9% gelegen, im Januar bei 2,1%. Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl haben sich durch die Blockade der Straße von Hormus sprunghaft verteuert, Energie verteuerte sich um 7,2% (Destatis 10.04.26). Deutlich mehr Unternehmen planen Preiserhöhungen. Der ifo Indikator kletterte im März auf 25,3 Punkte, nach 20,3 Punkten im Februar – das war der höchste Wert seit März 2023 (ifo 30.03.26).
Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote sank im März um 0,1 Prozentpunkte auf 6,4% (ILO-Konzept: 4,2%) (BA 31.03.26). Der Stellenabbau hat sich im März verlangsamt, weniger Unternehmen wollen Stellen streichen (ifo 27.03.26). Die Jobcenter haben 2025 25% häufiger Leistungsminderungen verhängt (BA 13.04.26).
Außenwirtschaft und Lieferketten: Im Februar waren die deutschen Exporte gegenüber dem Vormonat noch um 3,6% (2,0% über Vorjahresniveau) und die Importe um 4,7% (1,5% über Vorjahresniveau) gestiegen. (Destatis 09.04.26). Der Containerumschlag war weltweit noch auf relativ hohem Niveau. Und insgesamt war der Welthandel im Aufwärtstrend (RWI/ISL 27.03.26). Doch die Blockade der Straße von Hormus hat die Unsicherheit erhöht. 90% der Industrieunternehmen sind vom Krieg betroffen. 78% über die Energiepreise, 36% durch Störungen Handelswege und 24% durch Rückgang internationalen Nachfrage (ifo 31.03.26). Darüber hinaus trifft die Zollpolitik der US-Regierung den deutschen Mittelstand weiterhin mit voller Härte. Auf mehr als die Hälfte der KMU mit transatlantischen Geschäftsbeziehungen hat sie sich bislang negativ ausgewirkt (KfW 16.03.26). Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich verschlechtert, die ifo Exporterwartungen sind im März deutlich gesunken (ifo 26.03.26).
Standortwettbewerb: Trotz vieler widriger Umstände planen 21% der Selbständigen, dieses Jahr ihre Investitionen zu erhöhen. Im November 2025 hatten das nur 18,2% der Befragten vor (ifo 09.04.26). Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind zuletzt gewachsen und erreichte damit einen Höchstwert (Destatis 27.03.26).
Geschäftsklima: Bis Februar wuchs der Optimismus der mittelständischen Unternehmen, doch im März fällt das KMU-Geschäftsklima angesichts des Iran-Kriegs deutlich um 3,6 Zähler auf -18,2 Punkte zurück. Die Unternehmen beurteilen ihre Lage zwar sogar nochmals etwas besser, aber die Geschäftserwartungen sacken merklich ab (KfW/ifo 02.04.26).

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