Wirtschaftsleistung: Der deutsche Mittelstand stabilisiert sich punktuell, von einer breiten Erholung ist er jedoch noch entfernt (DATEV 21.07.26). Die Industrieproduktion hatte im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,9% zugelegt, auch im Dreimonatsvergleich war sie gestiegen (Destatis 07.07.26). Das Gastgewerbe hatte im Mai 2,0% weniger umgesetzt als im Vormonat (Destatis 21.07.26). Der IWF erwartet für 2026 ein BIP-Wachstum in Höhe von 0,7% (Euro-Raum 0,9%) (IWF 08.07.26).
Auftragslage: Der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist im Mai gegenüber dem Vormonat um 1,7% gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg der Auftragsbestand um 9,5% (Destatis 17.07.26).
Insolvenzen und Gründungen: Im April haben die deutschen Amtsgerichte 2.276 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Das waren 7,1% mehr als im Vorjahresmonat (Destatis 10.07.26). Jedes fünfte Unternehmen kämpft mittlerweile mit Liquiditätsengpässen. Bei kleinen und mittleren Betrieben mit bis zu 20 Beschäftigten sind es sogar 23 Prozent. Dramatisch ist die Situation im Gastgewerbe. Dort sieht sich fast jedes zehnte Unternehmen sogar von einer Insolvenz bedroht (DIHK 10.07.26).
Preisentwicklung: Die Inflationsrate lag im Juni bei 2,3%. Damit hat sich die Teuerung der Verbraucherpreise insgesamt erneut abgeschwächt, nachdem sie im Mai bei 2,6 % und im April 2026 bei 2,9 % gelegen hatte. Die Energiepreise verteuerten sich infolge des Iran-Kriegs weiterhin überdurchschnittlich und blieben ein zentraler Preistreiber. Jedoch fiel die Teuerung bei den Energieprodukten weniger stark aus als im Vormonat. Im Vergleich zum Vormonat Mai 2026 sanken die Verbraucherpreise im Juni um 0,3%. (Destatis 10.07.26).
Arbeitsmarkt: Im Jahr 2025 ist die Beschäftigung über alle Wirtschaftszweige hinweg um 108.000 gesunken. In einigen Branchen gab es Zuwächse, die aber die Verluste in der Industrie nicht auffangen konnten. Dort ist die Zahl der Beschäftigten um 177.000 gesunken. Im Dezember 2025 waren noch 6,5 Millionen Menschen in der Industrie sozialversicherungspflichtig beschäftigt (BA 15.07.26). Gesamtwirtschaftlich planen die Unternehmen, etwas weniger Stellen abzubauen. Das ifo Beschäftigungsbarometer stieg im Juli auf 93,0 Punkte, nach 92,2 Punkten im Juni. Der Arbeitsmarkt stabilisiert sich etwas, bleibt aber in schwierigem Fahrwasser, für eine Trendwende braucht es noch mehr wirtschaftliche Dynamik (ifo 29.07.26).
Außenwirtschaft und Lieferketten: Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich zuletzt geringfügig verbessert. Die ifo Exporterwartungen stiegen im Juli auf minus 3,3 Punkte, nach minus 3,6 Punkten im Juni. Damit kommt die Exportwirtschaft zwar weiterhin nicht richtig in Schwung, die Unternehmen hoffen aber auf stärkere Impulse aus den internationalen Absatzmärkten (ifo 28.07.26).
Finanzen und Investitionen: Die Investitionsbereitschaft im deutschen Mittelstand ist auf einen Tiefststand gefallen – niedriger als während der Finanzkrise, der Corona-Pandemie oder der Energiekrise nach Beginn des Ukraine-Kriegs. Nur noch 52% der Unternehmen planen, in den kommenden sechs Monaten in ihren Betrieb zu investieren (DZ Bank 13.07.26). Auch in der Industrie bleibt die Investitionsbereitschaft schwach (ifo 24.07.26).
Standort Deutschland: Der Standort Deutschland hat im internationalen Vergleich stark an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. In der Rangfolge der wettbewerbsfähigsten Standorte fiel Deutschland zuletzt auf den 23. Platz zurück. 2017 belegte Deutschland noch Platz 13, 2025 19. Platz (IMD 19.06.26).
Geschäftsklima: Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen macht im Juli einen beträchtlichen Sprung nach oben. Es steigt um 4 Zähler auf -17,3 Saldenpunkte. Ursächlich sind insbesondere deutlich verbesserte Geschäftserwartungen. In allen Wirtschaftsbereichen geht das Geschäftsklima signifikant nach oben und im Zuge der positiveren Geschäftsaussichten haben sich auch die Beschäftigungserwartungen der mittelständischen Unternehmen etwas erholt (KfW/ifo 29.07.26).

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